Musica Gratia schenkt allen Interessierten abermals ein großes Chor- und Orchesterkonzert mit fünf SolistInnen.
ALTMÜNSTER, GMUNDEN Zwei Chöre und zwei Orchester erklingen abwechselnd von links und rechts und in Stereophonie, eines ist die Stimme der Gläubigen, das andere die der „Tochter Zion“, also des biblischen Jerusalem. Fünf GesangssolistInnen treten auf, einer verkörpert mit mächtigem Bass Jesus Christus, ein anderer als Erzähler den Evangelisten Matthäus. Arien heben einen in facettenreiche Gefühlzustände. Choräle erzählen, was in der Gemeinde vor sich geht,…
Johann Sebastian Bach hatte als Thomaskantor in Leipzig vertraglich besiegeln müssen, dass nichts von dem, was er für die von ihm zu bespielenden Kirchen komponieren würde, opernhaft klingen würde. Doch in diesem Fall, bei seinem umfangreichsten und großartigsten Werk, der Matthäus-Passion BWV 244, brach er sein Versprechen. Deshalb, so berichtet eine Anekdote, wurde ihm nur ein Teil des Honorars ausbezahlt. Das opus magnus ist dermaßen dramatisch angelegt, dass es einer Oper in nichts nachsteht. Bach ist in diesem Spätwerk auf dem Zenith seines Schaffens angelangt. Mit sparsamsten Mitteln und maximaler Wirkung macht er in zeitloser Aktualität hörbar und fühlbar, was Menschen einander antun können.
Musica Gratia, das Klassik-Projekt von Herlinde und Günther Schaller, ist in seiner achten Saison bei diesem Monument der Musikgeschichte angelangt. 2020 hatte die fertige Produktion wegen Corona zwei Wochen vor der Aufführung abgesagt werden müssen. In einem zweiten Anlauf schenken die begeisterten Musiker diese bislang aufwändigste Aufführung dankbar ihren interessierten Mitmenschen im Raum Gmunden-Altmünster. Der Eintritt ist frei.
Das Instrumentalensemble Musica Gratia, Solisten und Chor – diesen bilden abermals die „Singfoniker in f“ aus dem Attergau – zählen insgesamt rund 65 Mitwirkende. Den speziellen, authentischen Klang machen die barocken Original-Instrumente aus. Das werden Holzblasinstrumente und unter den Streichern erstmals auch eine Gambe sein. Auch die Orgel stimmt mit ein.
Die SolistInnen sind Martina Daxböck (Sopran), Johanna Krokovay (Alt), Johannes Bamberger (Tenor/Evangelist), Günter Haumer (Bass) und Josef Brandner (Bass/Jesus). „Singfoniker“-Dirigent Karl Lohninger hat die Gesamtleitung inne.
Die Größe des Ensembles und die vielen Konzertbesucher im letzten Jahr waren für Musica Gratia der Anlass nach einer großen Kirche Ausschau zu halten, und so darf die Matthäus-Passion nun am Vorabend der Karwoche in der prächtigen Pfarrkirche Altmünster erklingen.
Wegen der langen Dauer – 3 Stunden – wird es eine Pause geben.
Termin: Samstag, 12. 4. 2025, 18 Uhr, Pfarrkirche Altmünster, Eintritt frei